Programm
Festival of Regions 1999
Ach das Dorf, ach der Fluß
Innviertel | |
Von Anfang April bis Anfang Mai tauchten im Ortsbild von Ach sechs schwarz markierte Briefkästen auf. Die umfunktionierten Postbehältnisse standen als Depot für Wortspenden der Menschen im Ort bereit. Alle Acherinnen und Acher waren eingeladen, als AutorInnen zu Gertrude Moser-Wagners Performance "Ach das Dorf, ach der Fluß" beizutragen. In Gasthäusern, Ämtern und Geschäften kursierten Bierdeckel und Postkarten, auf denen Platz war, die Satzeinleitungen "Ach wäre / hätte / täte doch..." zu vervollständigen. Die zu Literatur gewordenen Seufzer und Wünsche im Zeichen der Möglichkeitsform sind Ausgangsmaterial für das Projekt "Utinam" (lat. "Ach wäre doch") am 26. Juni. In den Händen von Gertrude Moser-Wagner entsteht ein abstrakter Text, der sich dennoch zweifach und konkret auf den Ort bezieht: Als Beschwörung des ganzen Orts- und des halben Flußnamens wie auch als Ursprung des Textes. "Utinam", am Samstagabend exakt bei Sonnenuntergang in Szene gesetzt, kreist um das Mögliche und Unmögliche, das Versäumte und das Niegeschehene. Die dem Fluß und dem gegenüberliegenden Burghausen zugewandte Fassade eines ehemaligen Gasthauses steht im Zentrum des Geschehens auf der Alten Brücke. Zwei Schauspieler deklamieren den vom Männerchor Hochburg / Ach im Inneren des Hauses stimmgewaltig umrahmten Text. Videobilder der parallel am Flußufer stattfindenden Performance von Elisabeth Steger als Fischerin erscheinen auf der Fassade: "Von den Ziegen am Abhang zu - sagen wir - nein, sagen wir nichts. Von den Fischersfrauen? Auch nichts." (Ilse Aichinger, "Schlechte Wörter")
Project:Gertrude Moser-Wagner
Contributers:
Projektverantwortliche(r) Institut für Interaktive Raumprojekte - Gertrude Moser-Wagner
Team Fred Büchel
Team Venceslao Cembalo
Team Anne Mertin
Team Natalie Schellander
Team Elisabeth Steger
Locations:
A-5122 Ach/Salzach
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