Programm


Festival of Regions 1995

Updated: 30.07.2010

No Name Heimat

Hausruckviertel Exhibition

     

Am Beginn stand die Idee, weltweit Positionen zum Thema Heimat zu sammeln. Der Heimatbegriff (repräsentiert durch das Heimathaus im Schloss Tollet) soll aus seinem regionalen Umfeld herausgenommen werden, um ihn in einem globalen Kontext (Internet) darzustellen und zu diskutieren. Die Positionierung eines Diskussionsortes im WorldWideWeb (Internet), in dem Informationen, Sichtweisen oder Statements gesammelt werden können, sollte diese Absicht ermöglichen. Für die Gestaltung waren die Interaktivität und die hypermediale Umgebung wichtige Kriterien. Besucher sollten ihre Beiträge in Form von Texten, Bildern oder Klängen möglichst einfach einbinden können. Das Museum wurde ein halbes Jahr vor dem Festival im April eröffnet und wird bis zum Festival geöffnet bleiben. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sollen anschließend wieder in einen real-lokalen Zusammenhang (Heimathaus im Schloss Tollet) gesetzt werden. Das Museum der "1002 situations" - Das im 17. Jahrhundert erbaute Schloss mit seinen großzügigen Räumen und der darin untergebrachten Heimatausstellung ist Ausgangspunkt für die Gestaltung des interaktiven Ortes im Internet. In einem virtuellen Museum werden Besucher nach einer kurzen Einführung zum jeweiligen Thema aufgefordert, ihre Sicht von Heimat darzustellen und zu definieren. Zu diesem Zweck wurde eine offene Architektur entwickelt, die es durch die Verwendung von computerunterstützten Kommunikationswerkzeugen erlaubt, Beiträge einzubinden. An einer immer länger werdenden virtuellen Wand werden die Beiträge zur Heimat in Form von Ton-, Text- und Bilddokumenten ausgestellt. Das virtuelle Museum soll den Heimatbegriff im Zusammenhang mit der globalen Vernetzung diskutieren; einen Einblick geben, wie die Menschen in diesem global village leben, was sie denken, was sie essen, welche Dinge ihnen wichtig sind oder welchen Gemeinschaften oder Gruppen sie angehören. - Die Ausstellung im Schloss Tollet - Retransformation der repräsentierten Heimat: Im zweiten Teil des Projekts "No Name Heimat" findet die temporäre Einbindung des durch die weltweite Teilnahme erweiterten Heimatbegriffes statt. Das Schloss soll als Schnittstelle zwischen lokaler Eindeutigkeit und globalem Pluralismus funktionieren. In zehn Installationen soll der unreflektierte Heimatbegriff hinterfragt werden und zur Neudefinition des Vertrauten und Fremden gelangen. Die Selbstverständlichkeit regionaler Kultur soll durch die Gegenüberstellung mit dem Neuen brechen, und Gemeinsamkeiten und Differenzen sollen seh- und hörbar werden. Die Aufgabe der Künstler ist, eine Balance des dortigen Materials mit den neuen Gegenständen zu finden. Nach dem Motto: eins plus eins ist eins weniger, soll nicht Verdichtung und dadurch Unüberschaubarkeit, sondern Subtraktion auf das Wesentliche angestrebt werden. Was bleibt an vertrauter Heimat übrig, wenn neue Gegenstände aus dem virtuellen Museum neben den "gewohnten" Gegenständen ihre kulturelle Gültigkeit bestätigen? Die Vermischung von traditionell handwerklichem und digitalem Material ist auch für die Verwendung der Kommunikationsmittel bestimmend. Die virtuellen Objekte aus dem WWW-Museum werden für diese Ausstellung ihre virtuelle Umgebung nicht verlassen. Sie werden durch Monitore, Projektoren, Lautsprecher und Computer in den Schlossräumen wahrnehmbar gemacht. Für den Schlossturm wurde ein interaktives Fernrohr entwickelt, welches erlaubt, zu bestimmten Punkten in der Landschaft südlich vom Turm Informationen zu erfahren (LandscanII).

Contributers:
Rainer Geroldinger
Dolores Gomez
Claus Nussbaum
Kooperationspartner Bezirksheimathausverein - Ernst Martinek
Koproduktion Museum der 1002situations - Günter Enzi
Projektverantwortliche(r) Michael Kieslinger
Projektverantwortliche(r) Michele Kolnicker

Locations:
A-4710 Grieskirchen

Events:
15.09.1995 until 01.10.1995, Schloß Tollet, Grieskirchen
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