Programm


Festival of Regions 1993

Updated: 30.07.2010

Das Loch

Salzkammergut Inneres

     

Interaktive Klangperformance für eine Eishöhle, Stimme, Instrumente und Lautsprecherinstallation - Dieses Projekt stellt den Versuch dar, zeitgenössische improvisierte Musik fernab von den üblichen Tempeln der Kunst - Konzertsälen, Theatern, Galerien und Kunsthallen - an einem peripheren, urtümlichen Ort mit starker, unverwechselbarer Wirkung, Erscheinung oder Geschichte - sei dieser nun verflucht, verdammt oder heilig, einladend oder abweisend, den Menschen bekannt oder unbekannt, befremdend oder heimelig - zu präsentieren, und ihre Rezeption dadurch um eine ästhetische Dimension zu erweitern. Ein Ort von außergewöhnlicher Charakteristik, magischer Anziehungskraft, für viele Menschen dennoch angstbesetzt, ist wohl das Erdinnere, die Höhle, das Loch, der feucht-kühle, dunkle Ursprung. Die Höhle, die unberechenbare und unkalkulierbare physikalische und akustische Größe, kurz "das Fremde" dieses Unterfangens, kann gleichzeitig auch ein wohltuend stabiler, kühlender und schützender Ort sein. Ursprünglich, bizarr, tausendfach kleinsträumig gegliedert, gekennzeichnet von konstanter ganzjähriger Humidität (98%) und Temperatur (8°C), scheint sie von äußeren Einflüssen abgeschirmt. Ihre höchst differenzierte Innenwelt, vor allem aber ihre komplexen, schier unendlichen Klangmöglichkeiten verblüffen die Besucher. je nach Standort der Schallquelle und des Empfängers wird der jeweilige Klang verstärkt, verdeckt, verhallt, gebrochen, in der Färbung und Frequenzbreite variiert oder verfremdet. Das von den Musikern, der Sängerin und dem Klangdesigner erarbeitete Kompositions-, Improvisations- und Installationskonzept wird durch die vielfältig gegliederte, bizarre, urtümliche und unkonventionelle Raumsituation um eine Dimension erweitert. Einerseits wird der Höhlenraum mittels eines ausgeklügelten Lautsprechersystems von aussen beschallt und in Schwingung gebracht, andererseits nützen die Musiker mit ihren Instrumenten die inneren akustischen Nischen und kreieren so den elektronisch-akustischen Höhlengesamtklang - ein undokumentierbares, originäres, ortsspezifisches Musik-Szenario. Der Klang - Jamniki! Cavomanics!: Das Konzept, die Kompositionen sowie die musikalische Durchführung der "interaktiven Klangperformance" stammen von drei österreichischen Musikern, einem Klangdesigner und einer Sängerin. Kurze melodische Motive, rhythmische Pattern und ein überwiegend modaler harmonischer Rahmen bilden das Gerüst, auf dem die Musiker/in ihre kollektiven oder solistischen Improvisationen und Sound-Collagen aufbauen. Die musikalische Dramaturgie wird zusätzlich durch vorgefertigte Zuspielungen vom Band und durch Standortwechsel der MusikerInnen verdichtet. Die Besucher/innen durchwandern die Höhle und erleben durch den ständigen Standortwechsel die ganze akustische Bandbreite des Ereignisses

Project:
Jamniki / Cavomanics

Contributers:
Drums, Percussion, Concept, Arrangments und Instructions UNICUM - Emil Kristof
Guitar, Synthesizer, Vocals, Composition und Strange Sounds Kurt Erlmoser
Klanginstallation, Pre- und Live-Mixing Peter Graf
Soprano- & Altsaxophon, Clarinettes, Keyboards, Composition Klaus Dickbauer
Voice, Synthesizer und Composition Ali Gaggl

Locations:
A-4831 Obertraun
[ back ]