Programm
Festival of Regions 1993
Physical Acts
Wels Performance | |
Kann es sein, dass Sportler und Künstler Gemeinsamkeiten bezüglich ihres Gegenstandes feststellen? Kann es sein, daß sich zwei Fechter im Säbelkampf mit einem extrovertierten Perkussionisten ergänzen? Kann eine rhythmische Sportgymnastin mit einem "Einstürzenden Neubau" harmonieren? Ist ein Musiker, der gewagt zwischen seinem Instrumentarium hin und het tänzelt, nicht schon eher ein Leistungssportler? Kann ein wildgewordener Posaunist eine Liaison mit einem Seitpferd-Spezialisten eingehen? Wie ästhetisch ist ein Hochsprung? Die Aktion Physical Acts versucht einige Antworten auf solcherlei Fragen zu finden! Und um gleich alle Missverständnisse über Bord zu werfen: Physical Acts ist kein tierisch-seriöses Kunstprodukt - Spaß ist ein wichtiges Kriterium zum Gelingen der Veranstaltung! Physical Acts stellt den Versuch dar, zwei fremde Welten miteinander in Beziehung zu setzen - und sei es nur in eine räumliche. Eine Symbiose wird versucht über den Begriff der "Körperlichkeit", künstlerisch ausgedrückt über den Begriff der "Performance", also über den Akt des körperlichen Ausdrucks. Physical Acts ist ein Performance-Ereignis, bei dem extreme sportliche und künstlerische Anfordernisse gestellt werden. Es finden Solo-Performances von Sportlern und Künstlern nebeneinander und - so Gott d'accord - auch miteinander statt. Ein Hochspringer versucht 2,17 Meter im zweiten Versuch zu überqueren, während in einer Umkleidekabine ein Posaunist seine spontanen rnusik-theatralischen Vorstellungen umzusetzen versucht. Das Publikum wird in eine vertrauliche Beziehung zum Performer gesetzt, eine Konfrontation wird herausgefordert, vielleicht auch eine emotionale Beziehung geknüpft. Es bewegt sich während der ganzen Aktion in unmittelbarer Nähe der Sportler bzw. Performer inmitten der Sporthalle. Die Akteure spüren also den hautnahen Kontakt und werden dadurch - wie auch immer - beeinflußt. Den Skeptikern unter den Besuchern steht natürlich die Benützung des Sitzplatzes auf der Ehrentribüne frei. PhysicalActs fordert die Athleten auf, ihre spezialisierten Fertigkeiten (Fechten, Hochspringen, Sportgymnastik, Seitpferd) in einen neuen, mehr handgreiflichen Kontext zu stellen. Die Performer werden aufgefordert, ihre Kunst zu bereichern durch das Sich-Einstellen auf neue Situationen und Örtlichkeiten und durch die Zusammenarbeit mit neuen Partnern in vielleicht schwierigen Situationen. Schließlich geht es auch darum, dass sowohl Sportler als auch Performer in einer ihnen unvertrauten Umgebung zu einer möglicherweise qualitativ besseren, sicher aber kreativ anderen Leistung fähig sind, und gezwungen sind, auf fremde Umgebung intelligent zu reagieren.
Contributers:Musik Fast Forward -
Musik F.M. Einheit -
Musik Tom Guralnick
Musik Bertl Mütter
Musik David Moss
Musik Frank Schulte
ProjektträgerIn Kulturinitiative Wels
Schriftsteller(In) Karl Langmair
SportlerIn Frank Bleckmann
SportlerIn Niki Grundner
SportlerIn Mario Krause
TänzerIn Mircan Catalin
TänzerIn Petra Schmiedjörg
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