Programm
Festival der Regionen 1995
... still am See so laut
Salzkammergut Inneres Konzert/Theater |
Heiße Heimat Hallstatt. Das Projekt ist als fantastisches Musiktheater eine Mischform aus Wort, szenischer Darstellung und Musik. Ausgehend vom sogenannten Hallstattlied "Liegt Hallstatt still am See so traut" von Ferdinand Wesenauer, dem Großvater Peter Wesenauers, umspannt der lose Handlungsbogen die Geschichte Hallstatts vom 17. Jahrhundert über die Gegenwart bis hinein in eine utopische Zukunft, in der schließlich das Traute dem Lauten weicht: "Liegt Hallstatt still am See so laut". Basierend auf Dokumenten der Hallstatt-Chronik werden im ersten Teil des Musiktheaters einzelne historische Ereignisse wie der Tod des Salzfertigers Christoph Eyssl von Eysslsberg im Jahre 1688, der sensationelle Fund des historischen Mannes im Salz von 1734, eine Teufelsaustreibung, der Brand von 1750 und das Seeunglück von 1822 aufgenommen. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte der erste Tourismus ein. Ausgangspunkt des zweiten Teils, für den der Salzburger Schriftsteller und Kabarettist Manfred Koch die Texte schrieb, ist die Errichtung des Tunnels, der symbolhaft für die massentouristische Erschließung des verschlafenen Örtchens steht. In einer folgenden Vision werden das touristische Treiben und das heftig umstrittene Verkehrskonzept aufs Korn genommen, im Finale schließlich erklingen zum versöhnlichen Abschluss Hallstätter Melodien und Weisen. Hallstatt soll aber nicht nur Inhalt bieten, sondern auch Form sein. Der Ort selbst, eingezwängt zwischen steil aufragenden Bergen einerseits und dem tiefen schwarzen See andererseits, dient als Kulisse und Auditorium, der See als Bühne. Die Mitwirkenden der Laienschauspielgruppe stellen die Handlung auf einer Seebühne dar, die dazugehörige Musik, gespielt vom Orchester Peter Wesenauers und von der Salinenmusikkapelle Hallstatt, und der Gesang der Hallstätter Chorgemeinschaft erklingen ebenfalls von schwimmenden Pontons, während das Posaunenquartett Tuba Mirum von der Anhöhe der katholischen Kirche herab spielt, und die Stimmen der Sprecher Götz Kaufmann, Kurt Pilz und Greta Putz von verschiedenen Standorten her ertönen. Die Musik dient hier nicht nur zur Illustrierung des Textgehaltes oder der Verdeutlichung dramatischer Aktion, es kommt aber auch nicht zu einer Verselbstständigung der Musik. Zum Teil reflektiert sie vielmehr konkrete Handlungselemente in Form von traditionellen, bodenständigen Melodien und Liedern, an anderen Stellen verknüpft sie das lockere Handlungsgefüge. Es finden Elemente der Populärmusik und des Jazz, aber auch Formen der zeitgenössischen klassischen Musik wie zum Beispiel symphonische Klangteppiche oder Cluster sowie Melodien der bodenständigen Volksmusik Verwendung. Hallstatt - die Stätte, der Ort, wo es Salz gibt, Salz abgebaut wird. Hallstatt wird gemeinhin mit dem prähistorischen Salzabbau assoziiert; das älteste Salzbergwerk der Welt genießt weltweite Berühmtheit. Hallstatt, so wie es heute existiert, ist ohne das Salz nicht vorstellbar. Wie aber lebt ein Ort, leben dessen Bewohner mit dieser geschichtlichen Last? Kann / darf man einen Ort auf sein Salzbergwerk reduzieren? Haben die Chroniken nicht mehr zu bieten als Salz, Salz, Salz? Wie zeigt sich Hallstatt seinen tausenden Besuchern? Wie gestaltet sich die Zukunft für unsere Heimat?
Beteiligte:HTBLA Hallstadt / Bildhauerei
Bühnenbild HTBLA Hallstadt / Bildhauerei
Chor Chorgemeinschaft Hallstadt
Komposition und musikalische Gesamtleitung Peter Wesenauer
Musik Ensemble Rubato
Musik Posaunenquartett Tuba Mirum
ProjektträgerIn Kunterbunt-Kulturbunt Hallstatt
RegisseurIn Wolf Dorner
SchauspielerIn Kunterbunt-Kulturbunt
Text Manfred Koch
Orte:
A-4830 Hallstatt
Termine:
16.09.1995, 20:00 bis 17.09.2005, Hallstadt/landungsplatz
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